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Thomas Boll
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Erste Unterrichtsstunde
 
In der Regel habe ich ein Leihinstrument vorbereitet. Ich lasse den Schüler die Klarinette auspacken und zusammenbauen, er bekommt genug Zeit auch mal was falsches auszuprobieren um zu sehen das die Teile dann nicht passen. Lediglich beim zusammenstecken von Unter- und Oberstück weise ich auf die Gefahr hin, daß überstehende Klappen verbiegen oder gar abbrechen können wenn zu sehr gedreht wird. Ich weise auf die Verwendung des Korkfettes hin und zeige, daß es besser ist mit den Händen eng beieinander zu fassen, auch auf den Klappen kann ruhig angefasst werden.
 
Ich probiere das erste Blatt auf der Klarinette des Schülers aus und gebe es ihm zum anfeuchten. Die Rückseite des Blattes muß komplett angefeuchtet sein, dadurch klebt es schon auf der Auflagefläche, was die Befestigung enorm erleichtert. Zudem dichtet die Feuchtigkeit den Bereich zwischen Blatt und Mundstück ab, dies verhindert Quietschtöne. Ich erkläre/ zeige die Befestigung des Blattes, falls ich es vormache, entferne ich das Blatt wieder. Der Schüler kann sich alles was er selbst gemacht hat besser merken, als Dinge die er nur gesehen oder erklärt bekommen hat.
 
Nun kann der Schüler probieren einen Ton zu erzeugen. Meist muß man etwas korigieren. Manchmal wir schlicht zu schwach geblasen. Wenn das Mundstück zu wenig in den Mund genommen wird, verschließt sich die Öffnung und es kommt gar nichts. Wenn das Mundstück zu weit in den Mund genommen wird, quietscht es. Darauf achten, daß die Unterlippe über die unteren Schneidezähne gezogen wird und die oberen Schneidezähne auf dem Mundstück sitzen. Das blasensollte nicht angestrengt aussehen (keine aufgeblasene Backen etc.). Jüngere Schüler lasse ich auch erst mal nur mit Mundstück und Birne spielen.
 
Wenn das schon gut funktioniert, versuche ich die Finger an die Grundposition heranzuführen. Ich lasse den Schüler ein G1 spielen und "verteile" die Finger über den Tonlöchern wie wenn gleich ein e gespielt werden müßte. Jetzt gehe ich (in G- Dur) von G1 bis g. Manche Schüler bekommen das gleich hin, andere brauchen ein oder zwei Wochen dafür.
 
Der Schüler lernt in der ersten Stunde meistens noch wie man "anstößt". Dazu lasse ich ihn noch mal einen Ton lange spielen. Danach soll er den gleichen Ton spielen und mit der Zunge langsam an das Blatt gehen. Er kann spüren wie das erst kitzelt und dann der Ton weg ist. Jetzt versuche ich diesen Anstoß in einen regel,mäßigen Rhythmus zu bekommen.
 
Je nachdem wie viele Töne der G- Dur- Tonleiter der Schüler hinbekommt wird folgende Übung vorgespielt, erklärt und der Schüler macht diese nach:
Diese Übung soll zuhause vor einem Spiegel geübt werden, um die Fingerstellung zu kontrollieren, diese sollen sich nur minimal bewegen und nicht weit von den entsprechenden Tonlöchern entfernt werden. Der Schüler soll die entsprechenden Stücke meiner Klarinettenschule bis maximal Seite 14 üben.
 
Wichtig sind die (gerade weil sie noch länger nicht benutzt werden) kleinen Finger, diese müssen Kontakt zu den langen Klappen haben!
 
Zuletzt wird die Klarinette vom Schüler auseinander genommen und geputzt. Das Blatt wird in ein Blattetui, oder als günstigere Notlösung in ein Reedgard verpackt. Ich gebe dem Schüler noch mindestens 3 weitere brauchbare Blätter mit. Die Klarinette wird zunächst komplett durchgewischt, danach die Einzelteile. Mit einem extra Putzlappen (das ist sehr wichtig, nicht den eigentlichen Klarinettenwischer dafür nehmen), werden die Zapfenherzen getrocknet.

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